Bildung für nachhaltige Entwicklung an Schulen

Im Rahmen unserer Bildungsarbeit mit Schulen, welche unter dem Titel “Bildung für nachhaltige Entwicklung an Schulen” läuft, haben wir bereits mehrere Projekte in Kooperation mit verschiedenen Schulen durchgeführt.

Unsere Bildungsprogramme orientieren sich an den “17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung“. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) fördert ” […] Dialogfähigkeit und Orientierungswissen, kreatives und kritisches Denken sowie ein  ganzheitliches Lernen unter Berücksichtigung religiöser Orientierung und kultureller Werte. Sie zielt auf die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, mit Unsicherheiten und Widersprüchen umzugehen, Probleme zu lösen und an der Gestaltung einer demokratischen und kulturell vielfältigen Gesellschaft mitzuwirken. Hierzu können Kirchen und Religionsgemeinschaften einen wichtigen Beitrag leisten und vielfältige Erfahrungen in den Prozess einbringen.” (Zitat: Deutsche UNESCO Kommission)

Projekt „Nachhaltige Ernährung“:

Dieses Projekt führte CHANGE e.V. am Dientzenhofer Gymnasium in Bamberg durch. Wir beteiligten uns an der Unterrichtsgestaltung in einer elften Klasse zum Thema „Nachhaltige Ernährung“. In vier aufeinander folgenden Wochen hielten wir insgesamt vier Doppelstunden zu verschiedenen Aspekten nachhaltiger Ernährung.

In der ersten Einheit stellten wir die Schüler vor die Aufgabe, sich Gerichte zu überlegen, die die Kriterien für nachhaltige Ernährung erfüllen (z.B. regional, saisonal, Bio, Fairtrade, vegetarisch). Aus diesen Rezepten konnten die Schüler im Anschluss ein Gericht auswählen. Die Wahl fiel auf einen vegetarischen Döner. Das Einkaufen der Lebensmittel für den Döner war der Inhalt der zweiten Stunde. Dabei nutzten wir den Supermarkt auch als Lernort und ließen die Schüler nach regionalen, Bio- und Fairtrade-Produkten suchen. Daraufhin wurde in der dritten Woche der Kochlöffel geschwungen. In Kleingruppen backten die Schüler Fladenbrot, rührten eine Joghurtsoße an oder frittierten Falafel. In der letzten Woche besprachen wir mit den Schülern schließlich ein Ernährungstagebuch, mit dem die Schüler ermitteln konnten, wie nachhaltig ihr aktueller Ernährungsstil war.

Insgesamt ist das Projekt sehr gut gelungen. Die Schüler wie auch die Lehrerin gaben uns sehr positives Feedback.

Projekt „Energiewende“:

In Kooperation mit dem Dientzenhofer Gymnasium haben wir ein weiteres Projekt durchgeführt, im Rahmen des Umweltbildungsseminar des Gymnasiums. Dieses fand in der Frankenakademie Schloss Schney in Lichtenfels statt.

Das Leitthema des Seminars war die Energiewende und somit ein Thema, welches auch für CHANGE äußerst relevant ist. Wir brachten uns mit zwei Elementen in die pädagogische Arbeit ein: Am Vormittag in der Form eines Einführungsvortrag, in dem überblicksartig die Notwendigkeit, die Möglichkeiten und die  Herausforderungen der Energiewende dargestellt wurden; am frühen Abend dann mit einem Workshop zum Thema „Ökologischer Fußabdruck“. Die große Herausforderung bei diesem Projekt bestand in der großen Altersheterogenität der Schülerinnen und Schüler (fünfte bis elfte Jahrgangsstufe). Der positive Rücklauf bestätigte, dass auch das zweite Projekt mit dem Dientzenhofer-Gymnasium erfolgreich verlief.

Projekt „Ressourcen“:

Am Friedrich-Rückert-Gymnasiums in Ebern gestalteten wir einen Projekttag für die siebte Jahrgangsstufe (insgesamt vier Klassen). Das Thema war „Ressourcen“. Wir boten eine Kombination aus theoretischen und praktischen Elementen an. Nach einem einführenden Vortrag über Ressourcen verteilten sich die Schüler auf drei verschiedene Workshops.

Im Ernährungsworkshop wurden fünf schmackhafte, ressourcensparende Gerichte gekocht und gegessen. Im Handyworkshop wurden alte Handys in ihre Einzelteile zerlegt und gleichzeitig über die Arbeitsbedingungen in der Handy-Produktion und beim Abbau der verwendeten Metalle diskutiert. Beim Upcycling wurde Wertvolles aus Wertlosem gebastelt, zum Beispiel Korkpinnwände aus alten Weinkorken und Schmuck aus alten Telefonkabeln. Die Schüler*innen und Lehrer*innen waren sehr interessiert an den Inhalten, daher sind wir uns sicher, dass wir zumindest einen Stein ins Rollen gebracht haben und das Bewusstsein für die Probleme, die mit dem hohen Ressourcenverbrauch der Industrienationen einhergehen, geschärft haben.

Projekt „Nachhaltige Ernährung 2"

Am 26. und 27. Juli 2016 führte CHANGE jeweils einen Projekttag mit einer
siebten Klasse des Eichendorff-Gymnasiums zum Thema „Nachhaltige Ernährung“ durch.

Der erste Teil dieser Veranstaltungen bestand aus einer etwa 40-minütigen Einführung in das Thema Nachhaltigkeit, insbesondere nachhaltiger Ernährung.
CHANGE schlüsselte dies in acht Kategorien auf: Ökologische Produktion,
faire Arbeitsbedingungen, Reduzierung tierischer Lebensmittel, Bevorzugung
regionaler Produkte, Saisonalität der Produkte, Verzicht auf Gentechnik, Reduktion von Verpackungsmüll sowie die Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Auf Basis dieser Kenntnisse wurde mit den beiden Klassen im Anschluss daran je ein Drei-Gänge-Menü gekocht, über welche die Schülerinnen des Mädchen-Gymnasiums schon bei einem im Februar stattfindenden Besuch von CHANGE-Mitglieder*innen abstimmen durften. Beide Klassen entschieden sich für eine vegane Mousse-au-chocolat mit Himbeeren als Nachspeise. Zuvor gab es einmal frische Gemüsesticks mit Dips zur Vor- sowie Wraps samt Ofenkartoffeln als Hauptspeise, während
sich die andere Klasse für gefüllte Zucchini sowie Burger samt Ofenkartoffeln
entschied. Bei allen Menüs wurde versucht, die zuvor angesprochenen Kriterien
möglichst umfassend zu verwirklichen.

Im Anschluss an das Essen wurde dies, ebenso wie entsprechende Defizite, gemeinsam mit den Schülerinnen reflektiert. Die Rezepte zu den zuvor gekochten Gerichten konnten die Schülerinnen mittels eines Handouts, auf dem auch die acht Kriterien nachhaltiger Ernährung erwähnt wurden, mit nach Hause nehmen. So blieben allen Beteiligten nicht nur die leckeren Gerichte und der Spaß bei der Zubereitung derselben in Erinnerung.

Projekt „Fairteiler":

Gemeinsam mit den Jahrgängen 8, 9 und 10 des Ökoprofil-Kurses des Dientzenhofer-Gymnasiums gestalteten vier CHANGE-Mitglieder*innen
einen sogenannten FairTeiler.

Im Rahmen des Umweltbildungsseminars in der Frankenakademie Schloss Schney (Lichtenfels) wurden die Schülerinnen und Schüler zunächst mit einem kurzen Vortrag sowie Gruppenarbeiten an das Thema „Teilen“ herangeführt und  insbesondere die ökologischen und sozialen Vorteile, aber auch potentielle Schwierigkeiten, besprochen. Darauf aufbauend wurde binnen drei Stunden ein FairTeiler gebaut – also ein Regal, in das Schülerinnen und Schüler Gegenstände kostenlos anbieten können, um die Produktlebenszeit zu verlängern sowie die Gemeinschaft zu stärken. Dazu wurden vier Gruppen gebildet. Während sich etwa zehn Jugendliche mit dem Bau des FairTeilers aus Holz beschäftigten, ein weiteres Team die Gestaltung plante und eine dritte Gruppe die Modalitäten des FairTeilers durchdachte, organisierte ein viertes Team bereits die Bekanntmachung desselben unter den anderen Schülerinnen und Schülern im Gymnasium. Am Ende des Tages waren ein schönes Regal mit praktischen Regeln sowie eine Talenttauschbörse auf der Basis  schriftlicher Angebote entstanden. Zu finden ist der FairTeiler seither in der Schüler*innen-Bibliothek des Dientzenhofer-Gymnasiums.

Projektpartner

Dientzenhofer Gymnasium Bamberg:
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Friedrich-Rückert-Gymnasium Ebern:
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Eichendorff-Gymnasium Bamberg:
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Infomaterial

UNESCO-Weltaktionsprogramm:
Website →
Ottfried Artikel 05.06.14 →

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